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Gender equality

(copy 1)

[Translate to Englisch:]

Sprache soll erzählen, beschreiben und erklären. Je nachdem welche Wörter wir (nicht!) wählen, produzieren wir ein Abbild unserer Realität. In der deutschen Sprache kommen Frauen in dieser Sprachenrealität kaum vor. Unsere männlich dominierte Sprache ist damit ein Instrument, das die männliche Realität stützt und die weibliche nahezu verneint.
Um die Sichtbarmachung von Frauen zu fördern, findest du hier Tipps zum gendergerechten Schreiben und weiter unten einige Pro-Argumente von Luise F. Pusch.

Gender equality

Gender mainstreaming of main words


Students become too
 
Students, students, students
Doctor, physician *, physician
 
The asterisk *, and the gender gap _ leave room for those who are not addressed by students. That is, Those who do not want to be part of the heteronormative gender matrix.

The male is shown not only in the main words, but also in the ->
grammar

Somebody forgot his sweater
Nobody knows!
One makes this broaden to its horizon
 
Use instead
 
Nobody - NoR
Someone - EineR
Man, one woman / man;

 

Reformulations and descriptions


Impersonal pronouns:
For example, students who are within the minimum study period do not pay any study fees.
Becomes:
Those / All / (who) who are within the minimum study period do not pay any study fees.
 
Passive forms:
For example, you must complete an application for reimbursement of study fees.
Becomes:
An application must be completed for the reimbursement of study fees.
 
Direct form of address:
Example: You have to fill out an application.
becomes:
You must complete an application.
 
 
Examples, e.g. From the brochure of Gras & GAJ "German language Men's language? Not with you, not with me, not with us! ", To read and read more online:
Http://www.scribd.com/Deutsche-Sprache-Maennersprache-Nicht-mit-dir-nicht-mit-mir-nicht-mit-uns/d/31442607

Links to the topic Gender in the language - gender / gender-friendly language

Gender-appropriate formulation:
Guideline issued by the Federal Ministry of Education, Arts and Culture with "the most important basic principles of linguistic equality and the most common strategies for gender equality."

Language. Power. Gender. :
"Out of invisibility: Strategies of gender-sensitive language usage - from gender-neutral formulating to" indefinitum "."

Guidance on non-discriminatory language use:
"With regard to young and old people, people with disabilities, women / men, gays / lesbians / transgenders, migrants and people with a different religious affiliation"

FEMTECH Guidance on the linguistic equality of women and men in the RTD programs of the bmvit

German language - French language?
"With this brochure, we want to show how people are marginalized, what the consequences are, and that it is possible and important not to discriminate or make people visible through language."

More women in the language:

 

Luise F. Pusch All people become sisters (in German)

A Ironisch-spielerische Argumente für die Totale Feminisierung


1) Das Arbitraritäts-Argument:
 Männer pflegen ja zu betonen, dass wir "sowieso nur an Symptomen herumkurieren", dass unsere Bemühungen um eine gerechtere Sprache am Kern der Sache vorbeigehen, dass Sprachveränderung nichts bewirkt. Nehmen wir sie also beim Wort. Es ist immer wieder köstlich zu beobachten, wie das, was "nichts bewirkt", die Männer völlig aus der Fassung und in Rage bringt.

2) Das strukturelle Argument: Es leuchtet - rein strukturell betrachtet - nicht ein, dass das längere Femininum im kürzeren Maskulinum "enthalten" sein soll. Wo, bitte schön, ist in dem Wort Lehrer das Wort Lehrerinnen enthalten? Die umgekehrte Behauptung ergibtoffensichtlich viel eher einen Sinn: das Maskulinum Lehrer (Singular und Plural) ist in den Feminina Lehrerin und Lehrerinnen hör- und sichtbar enthalten, ähnlich wie man in womanund peot in poetess und nicht umgekehrt. Halten wir also folgendes Strukturgesetz fest: Das schöne lange Femininum ist die Grundform, das kurze, quasi abgehackte Maskulinum ist dieSchwundform [...].

[...]

2 & 3) Das strukturell-biologische Argument: Wir erlauben uns, daran zu erinnern, dass jeder Mann vor der Geburt tatsächlich "in der weiblichen Form enthalten" war. [...]

4) Das statistische Argument: Frauen sind mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung. Allgemeine Aussagen wie "US-Amerikanerinnen sind freundlich", "Engländerinnen sind reserviert", "Die Nächste bitte", "Die Kundin ist Königin", "Gehen wir zur Griechin, oder isst du lieber italienisch?", [...] "Du solltest wirklich mal zur Ärztin gehen!", "Die Inhaberin dieses Passes ist Deutsche", "Du brauchst eine Rechtsanwältin!" lassen mehr an Frauen denken als an Männer, obwohl sie - nach Einführung der Totalen Feminisierung - geschlechtsneutral gemeint sind. Sie liegen somit näher bei der Wahrheit, als wenn das generische Maskulinum benutzt würde. Zugegebenermaßen gibt es (noch) zahllose Berufe, in denen das männliche Geschlecht statistisch weit überwiegt, aber erstens soll dieser Zustand ja bald überwunden sein, und zweitens werden ja die angeblich geschlechtsneutralen Maskulina auch hemmungslos für überwiegend und sogar für rein weibliche Gruppen eingesetzt. (Vgl. etwa "Die Menstruation ist bei jedem ein bisschen anders".) Und für wirklich männliche Gruppen bleibt uns ja immer noch das Maskulinum. Es wird geschlechtsspezifisch benutzt, genau wie bisher das Femininum. [...]

5) Das Aufwertungsargument:
 Der Einwand, das Femininum könnte "zu schade" sein, um damit Männer zu bezeichnen, ist ernst zu nehmen, weisen doch sogar Männer immer wieder darauf hin, das weibliche sei das bessere, weil (zB) friedlichere Geschlecht. Aber seien wir doch ein bisschen großzügig und betrachten wir den Gebrauch des Femininums für Männer als eine (hoffentlich) sich selbst erfüllende Prophezeiung, auf dass dereinst auch das männliche Geschlecht echt weiblich-friedfertig sein möge. Wie wir wissen, ist es höchste Zeit.
 

B Ernsthafte Argumente für die Totale Feminisierung


1) Das internationale Argument: Feminismus ist international, da das Patriarchat international ist. Partielle Feminisierung ist (relativ) bequem nur für die Sprachen ohne grammatisches Genus. Totale Feminisierung ist für alle Sprachen bequem und einfach.

2) Das historische Argument: Die Geschichte lehrt, dass unterdrückte Gruppen ihre Energien darauf konzentrieren sollten, ihre Situation zu verbessern. Gleichzeitige Berücksichtigung der Interessen des Unterdrückers ist taktisch absurd.

3) Das Autarkie-Argument: Der Einwand, dass Männer diese Lösung "nicht mittragen" werden, ist nicht stichhaltig, da sie ja auch die partielle Feminsierung nicht oder kaum (dh nur widerwillig) mitmachen. Jedenfalls gilt dies für die Genus-Sprachen, wenn es auch für das Englische anders sein mag.

4) Das Gerechtigkeits-Argument:
 Phyllis Chesler sagt: "Die Gleichbehandlung >Ungleicher< ist ungerecht", und ich stimme ihr zu. Wenn ich tausend Mark zu verschenken hätte, wäre es sinnvoll, sie "gerecht" zwischen meinem netten reichen Onkel und meiner Freundin, die von der Arbeitslosenhilfe lebt, aufzuteilen? Oder sollte ich ihm gerechterweise gar nichts geben und ihr die ganze Summe? [...]

Auf die Sprache übertragen, bedeutet das: Wenn es unser Ziel ist, unsere Position und dadurch uns selbst zu stärken - warum sollten wir nicht ein wenig bei Männern in die Lehre gehen? Offenbar waren ja ihre Strategien zur Stärkung des eigenen Selbstbewusstseins sehr erfolgreich. Eine ihrer Maßnahmen war das "generische Maskulinum". Diese Selbstvergrößerungsdroge funktioniert offenbar hervorragend. Warum sollten wir uns nur eine halb so starke Nahrung gönnen?
Es besteht kein Zweifel daran, dass die Frau sprachlich (natürlich auch in jeder anderen Hinsicht) extrem benachteiligt ist. Was ihr zusteht und was sie braucht, ist nicht Gleich-, sondern Besserbehandlung, kompensatorische Gerechtigkeit, eine gezielte und umfassende "affirmative action". Der Mann hingegen braucht dringend eine "Abmagerungskur" zur Therapie seines immer gefährlicher werdenden Größenwahns. Außerdem braucht er Einfühlungstraining. Es wird ihm guttun, es im eigenen Gemüt zu erleben, wie es sich anfühlt, mitgemeint zu sein, sprachlich dem anderen Geschlecht zugezählt zu werden, diesen ständigen Identitätsverlust hinzunehmen. Wir werden ihm immer wieder mütterlich und geduldig versichern, er sei natürlich mitgemeint, eingeschlossen - aber solche Mitteilungen werden höchstens intellektuell verarbeitet, das Gefühl reagiert anders (als Frauen haben wir da unsere Erfahrungen machen können). Und dieses Gefühl muss der Mann erlebt haben, um die Notwendigkeit einer grundlegenden Sprachreform zu begreifen. 
Die bisherigen sprachtherapeutischen Maßnahmen (Splitting-Empfehlungen, Runderlasse zur Abschaffung des generischen Maskulinums) hatten nur einen geringen Effekt, der etwa mit dem des neuen Namensrechts vergleichbar ist. Seit 1976 kann in der BRD auch der Name der Frau als Familienname gewählt werden. Wenn beide Geschlechter "gleiche" wären, hätten in den letzten zehn Jahren genau 50 % der Männer bei Eheschließung ihren Namen ändern ("feminisiert werden") müssen. Es waren aber nur 2 %. [...]

Schlussbemerkung


Ich bin überzeugt, dass die Strategie, die ich skizziert habe, die einzig erfolgversprechende zur Herstellung sprachlicher Gleichberechtigung ist. Genauso überzeugt bin ich davon, dass sich nur wenige meiner Meinung anschließen und noch weniger diese Strategie-Überlegungen in die Praxis umsetzen werden. [...] Trotzdem versuche ich weiter, diese Ideen zu verbreiten, denn immerhin ist die Sache einen Versuch wert, weil sie Spaß macht, erkenntnisfördernd ist und das weibliche Selbstbewusstsein kräftigt: Frauen, die konsequent das umfassende Femininum verwenden, empfinden dies als sehr lustvoll - auch weil die Reaktionen der Männer auf diese Strategie so komisch und entlarvend sind.
Mit diesen Worten beschloss ich 1986 meinen Aufsatz. Jetzt, Anfang 1989, bin ich nicht mehr so skeptisch. Die totale Feminisierung wurde von vielen Frauen begeistert aufgegriffen und immer weiter verbreitet [...] Und wichtige alternative Zeitungen [...] praktizieren inzwischen "das große I mitten im Wort", also die Schreibweise LeserInnen, ArbeiterInnen, die von der Totalen Feminisierung ja wirklich nur noch einen winzigen Klecks Druckerinnenschwärze entfernt ist ...

Luise F. Pusch, 1986-89