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Studieren mit Behinderung

Für Studierende mit Behinderung sind folgende Bestimmungen von Bedeutung

Entsprechend ihrer leitenden Grundsätze haben Universitäten (§ 2 Abs 11 UG 2002) und Pädagogische Hochschulen (§ 9 Abs 6 (14) HochschulG 2005) in ihren Aufgabenbereichen auf Menschen mit Behinderung Rücksicht zu nehmen.Sie haben daher in der Lehre, aber auch in der Forschung bzw. Entwicklung und Erschließung der Künste den Erfordernissen von Menschen mit Behinderung Rechnung zu tragen (barrierefreies Bauen, behindertengerechte Lehrangebote, angepasste Arbeits- und Studienplätze).

 

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DI Ruth Scheiber

oder

Referat für Sozialpolitik

Beachte auch die Linksammlung!

UrheberInnenrechte und Tonbandaufzeichnungen

In manchen Fällen sind Probleme mit den Vortragenden oder den Verlagen der Druckwerke aufgetreten, die dadurch ihre UrheberInnenrechte verletzt sahen. Derartige Fälle sind nun durch das Urheberrechtsgesetz (urhg) geregelt.§ 42 (1) UrhG besagt, dass jede Person von einem Werk einzelne Vervielfältigungsstücke auf Papier oder einem ähnlichen Träger zum eigenen Gebrauch herstellen darf.§ 42 (2) UrhG regelt Weiters, dass jeder Mensch von einem Werk einzelne Vervielfältigungsstücke auf anderen als den in Abs.1 genannten Trägern zum eigenen Gebrauch zu Zwecken der Forschung herstellen darf, soweit dies zur Verfolgung nicht kommerzieller Zwecke gerechtfertigt ist. Im Urheberrechtsgesetz (urhg) gibt es auch Bestimmungen für Menschen mit Behinderungen:§ 42d (1) UrhG: Zulässig ist die nicht kommerzielle Benutzung eines erschienenen Werkes durch Vervielfältigung für und Verbreitung an behinderte Personen in einer für sie geeigneten Form, soweit ihnen wegen ihrer Behinderung der Zugang zum Werk durch sinnliche Wahrnehmung eines erschienenen Werkstücks nicht möglich oder erheblich erschwert ist.§ 42d (2) UrhG: Für die Vervielfältigung und Verbreitung nach Abs. 1 steht der/dem  UrheberIn ein Anspruch auf angemessene Vergütung zu. Dieser Anspruch kann nur von Verwertungsgesellschaften geltend gemacht werden. Du darfst also sehr wohl Druckwerke kopieren, einscannen und auf einem Datenträger speichern, solange du die Daten nicht öffentlich verfügbar machst. Vollständig dürfen Druckwerke nur durch Abschreiben vervielfältigt werden.

Für Tonbandaufzeichnungen ist folgende Bestimmung des UrhG maßgeblich:

§ 66. (1) Wer ein Werk der Literatur oder Tonkunst vorträgt oder aufführt, hat mit den vom Gesetz bestimmten Beschränkungen das ausschließliche Recht, den Vortrag oder die Aufführung - auch im Falle der Sendung durch Rundfunk - auf einem Bild- oder Schallträger festzuhalten, diesen zu vervielfältigen und zu verbreiten.Unter der Vervielfältigung wird auch die Benutzung einer mit Hilfe eines Bild- oder Schallträgers bewirkten Wiedergabe des Vortrages oder der Aufführung zur Übertragung auf einen anderen Bild- oder Schallträger verstanden. Die oder der Vortragende ist wie einE ausübendeR KünstlerIn geschützt. Die Rechtslage ist also wie bei einem Konzert, wo du auch kein Aufnahmegerät mitnehmen darfst, um die Aufführung aufzunehmen.Du musst daher – bevor du eine Lehrveranstaltung auf Kassette oder Video aufzeichnen willst – das Einverständnis mit dem/der Vortragenden suchen. Hier wird es hilfreich sein, wenn du erklärst, warum du die Lehrveranstaltung aufnehmen willst und dass du die Aufnahme nicht weitergeben wirst.

Spezielle Prüfungsmodalitäten

Im UG 2002 findest du in § 59 die „Rechte und Pflichten der Studierenden“. Den Studierenden steht dabei grundsätzlich Lernfreiheit zu. diese umfasst unter anderem das Recht, auf eine abweichende Prüfungsmethode, wenn die oder der Studierende eine länger andauernde Behinderung nachweist, die ihr oder ihm die Ablegung der Prüfung in der vorgeschriebenen Methode unmöglich macht, und der Inhalt und die Anforderungen der Prüfung durch eine abweichende methode nicht beeinträchtigt werden. (§59 Abs 1 (12) UG 2002)

Prinzipiell ist es möglich, jedes beliebige Studium mit einer Behinderung zu betreiben, da du im Bedarfsfall eine abweichende Prüfungsmethode für alle Prüfungen beantragen kannst. Beachte aber, dass Inhalt und Anforderungen der Prüfung nicht beeinträchtigt werden dürfen. du solltest dich daher von Anfang an besonders genau über die Anforderungen, die der Studienalltag an dich stellen wird, informieren und mit dem/der StudiendekanIn (bzw. mit dem für studienrechtliche Angelegenheiten zuständigen Organ) abweichende Prüfungsmodalitäten erörtern.

 

Prüfung die genauen Modalitäten, z.B. Anmeldung zu Prüfungen, Prüfungsaufsicht, Prüfungsablauf, usw. sind nicht mehr gesetzlich geregelt, sondern werden von der jeweiligen Hochschule in ihrer Satzung, dem entsprechenden Curriculum oder bei FHs auch in den Akkreditierungsanträgen bzw. Prüfungsordnungen festgelegt.


Voraussetzung für das oben erwähnte Recht auf eine abweichende Prüfungsmethode ist der Nachweis einer länger andauernden Behinderung, die eine physische oder eine psychische sein kann, solange sie das Ablegen der Prüfung in der vorgesehenen Form unmöglich macht. Außerdem dürfen der Inhalt und die Anforderungen der Prüfung durch eine abweichende Methode nicht beeinträchtigt werden. Außerdem haben Studierende an den Universitäten das Recht, Anträge hinsichtlich der Person der PrüferInnen zu stellen. Diese Anträge sind nach Möglichkeit zu berücksichtigenBei der zweiten Wiederholung einer Prüfung ist dem Antrag auf einen/ eine bestimmten/bestimme PrüferIn der Universität der Zulassung zum Studium, in dem die Prüfung abzulegen ist, jedenfalls zu entsprechen. (§ 59 Abs 1 (13) ug 2002)

Blinden- und Sehbehindertenleseplatz

An fast allen österreichischen Unis gibt es für blinde und sehbehinderte Studierende Blindenleseplätze, die entweder selbst benützt werden können, bzw. an denen die dortigen Angestellten beauftragt werden können, Lernmaterial in der entsprechenden Form aufzubereiten (z.B. Großdruck, Brailledruck, Kassettenaufnahmen usw.) Der/die Behindertenbeauftragte der Uni kann dir sagen, wo du sie findest.

GebärdensprachdolmetscherInnen

Schwerhörige oder gehörlose Studierende können, wenn sie eineN GebärdensprachdolmetscherIn benötigen, beim Bundessozialamt einen Antrag auf Kostenübernahme stellen. Die Adressen der Bundessozialämter findest du im Kapitel „Kontakte“ und aktuelle Informationen zu den GebärdensprachendolmetscherInnen Österreichs findest du unter www.oegsdv.at
Finanzielle Unterstützungen

Finanzielle Unterstützung

Die erhöhte Familienbeihilfe (Kinderbeihilfe) wird zusätzlich zur Familienbeihilfe bis zum 25. Geburtstag ausbezahlt. Die zuständige Behörde ist das jweilige Wohnsitzfinanzamt.(https://www.help.gv.at/linkaufloesung/applikation-flow?flow=LO&quelle=HELP&leistung=LA-HP-GL-WFA)Voraussetzungen: Der Grad der Behinderung des Kindes beträgt mindestens 50 Prozent oder das Kind ist dauernd außerstande, sich selbst den Unterhalt zu verschaffen.

Die Höhe der Studienbeihilfe wird berechnet, indem von der so genannten Höchststudienbeihilfe die zumutbare Unterhaltsleistung der Eltern und der Ehegattin/des Ehegatten, die zumutbare Eigenleistung und der Jahresbetrag der Familienbeihilfe und des Kinderabsetzbetrages bzw. Unterhaltsabsetzbetrages abgezogen werden.Mehr Informationen unter: www.stipendium.at

Studierende mit Behinderung erhalten besondere Unterstützung durch staatliche Maßnahmen, die über den Bereich der Studienförderung hinausreichen.Sie erhalten je Studienabschnitt um ein Semester länger Studienbeihilfe, wenn Sie eine anerkannte Behinderung im Umfang von mindestens 50% haben. Diese Behinderung kann durch den Bezug der erhöhten Familienbeihilfe nachgewiesen werden, ebenso durch den Bezug von Bundespflegegeld oder Nachweise im Sinne des Behinderteneinstellungsgesetzes.

Der ÖH-Beitrag beträgt € 19,10 und ist ausnahmslos von allen ordentlichen und außerordentlichen Studierenden zu entrichten, auch von jenen, die von der Zahlung des Studienbeitrages befreit sind!Für behinderte Studierende nach bundesgesetzlichen Vorschriften mit mindestens 50 % gibt es auch nach Überschreitung der Dauer der Regelstudienzeiten plus 2 Toleranzsemester einen Erlaß des Studienbeitrags.Siehe mehr dazu: http://www.boku.ac.at/lehre/studabt/themen/studienbeitraege-foerderungen/erlass-des-studienbeitrages/

Bei der Bundesvertretung der Österreichischen Hochschülerschaft ist ein Fonds eingerichtet, der zur Unterstützung von Studierenden mit Behinderungen finanzielle Leistungen erbringt.

Im Rahmen einer Schul- oder Berufsausbildung kann durch die Bundessozialämter eine Ausbildungsbeihilfe gewährt werden.Voraussetzung:

  • Besuch einer Unterrichtseinrichtung nach § 3 des Studienförderungsgesetzes 1992 oder § 1 des Schülerbeihilfengesetzes oder Besuch einer Pflichtschule in einem Internat.
  • Besuch des Vorbereitungslehrganges für die Studienberechtigungsprüfung.
  • Lehrausbildung.
  • Ausbildung zum Krankenpflegefachdienst, Hebammenausbildung.
  • Nachweis des behinderungsbedingten Mehraufwandes.Zuschussdauer: Für ein Schul, Studien- oder Lehrjahr; ist eine Verlängerung auf den gesamten Ausbildungszeitraum ist möglich. Zuschusshöhe:Derzeit bis zu Euro 714,- monatlich (Bemessung nach der Höhe des behinderungsbedingten Mehraufwandes)


Siehe mehr dazu: http://www.bundessozialamt.gv.at/basb/DienstnehmerInnen/Foerderungen?fontsize=75

Mehr Informationen über pauschale Freibeträge aufgrund der Minderung der Erwerbsfähigkeit, Freibeträge für behinderte Kinder und Freibeträge für Krankendiätverpflegung bei zahlreichen Krankheiten findest du auf den Seiten des Finanzministeriums: www.bmf.gv.at