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Familienbeihilfe (FBH)

Die Familienbeihilfe ist eine monatliche finanzielle Unterstützung vom Staat Österreich. Die verwaltende Behörde dazu ist das jeweilige Wohnsitzfinanzamt.

In der Sozialbroschüre unter 2. Familienbeihilfe findest du ausführliche Informationen.

Anspruch auf Familienbeihilfe haben grundsätzlich:

  • Österreichische Staatsbürger/innen, die einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Inland bzw. den Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen im Inland haben
  • Ausländische Staatsbürger/innen, die sich aufgrund einer Aufenthaltsberechtigung nach § 8 und § 9 Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz (NAG) rechtmäßig in Österreich niedergelassen haben oder denen Asyl gewährt wurde oder die subsidiär schutzberechtigt sind, sofern sie keine Leistungen aus der Grundversorgung erhalten und unselbstständig oder selbstständig erwerbstätig sind.

Als anspruchsberechtigte gelten die Eltern, aber auch die Studierenden selbst.

Grundsätzlich kann die Familienbeihilfe bis zum Alter von 24 Jahren gewährt werden.

Eine Verlängerung der Bezugsdauer bis maximal 25 Jahre kann durch:

  • Ableistung des Präsenz-, Zivil- oder Ausbildungsdienstes,
  • Schwangerschaft/ Geburt eines Kindes oder
  • Einer erheblichen Behinderung (mindestens 50%)

gewährt werden.

Aufgrund des Covid-19-Neutralsemesters bekommen Studierende, die im Sommersemester 2020 bereits in ihrem derzeitigen Studium eingeschrieben waren, eine Verlängerung der Familienbeihilfe um ein Semester.

Durch ein unvorgesehenes oder unabwendbares Ereignis (z.B. Krankheit) oder ein nachgewiesenes Auslandsstudium von jeweils mindestens drei Monaten wird die Bezugsdauer um ein Semester verlängert.

Tätigkeiten als Studienvertreterin/Studienvertreter können bis zu vier Semester auf die Mindeststudiendauer angerechnet werden (Antrag).

Grundbetrag:

  • Ab 10 Jahren: 141,50 € pro Monat
  • Ab 19 Jahren: 165,10 € pro Monat

Familienbeihilfezuschlag für Mehrkind-Familien:

  • 2 Kinder: 7,10 € pro Kind und Monat
  • 3 Kinder: 17,40 € pro Kind und Monat
  • 4 Kinder: 26,50 € pro Kind und Monat
  • 5 Kinder: 32,00 € pro Kind und Monat
  • 6 Kinder: 35,70 € pro Kind und Monat
  • 7 und mehr Kinder: 52,00 € pro Kind und Monat

Der Kinderabsetzbetrag beläuft sich auf + 58,40€ pro Kind und Monat.

Beispiel:

Somit berechnet sich die Familienbeihilfe für ein 20. Jahre altes Kind mit 2 Geschwistern folgendermaßen:

Grundbetrag ab 19 Jahre 165,10 € pro Monat
Familienbeihilfezuschlag für 3 Kinder 17,40 € pro Monat
Kinderabsetzbetrag 58,40 € pro Monat
Summe der Familienbeihilfe 240,90 € pro Monat

Für die beiden Geschwister gelten ebenso die Zuschläge von 17,40 € und 58,40 € pro Monat.

Nach dem 18. Geburtstag müssen die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt werden und du musst einen Leistungsnachweis beim zuständigen Finanzamt (abhängig vom Wohnort) vorzeigen.

Für den Leistungsnachweis gilt:

  • Für das 1. Studienjahr 16 ECTS-Punkte oder 8 Semesterwochenstunden aus Wahl- oder Pflichtfächern des betriebenen Studiums
  • Bei einer Studieneingangs- und Orientierungsphase reichen als Nachweis mindestens 14 ECTS-Punkte nach dem 1. Studienjahr
  • Ab dem 2. Studienjahr muss auf Anfrage des Finanzamtes ein „ernsthaftes und zielstrebiges Studium“ nachgewiesen werden (nachweisbar durch: positive und negative Prüfungsantritte, Lehrveranstaltungsbesuche, Mitschriften, ...)

Bei fehlendem Leistungsnachweis verliert man den Anspruch auf Familienbeihilfe und muss diese im Ernstfall sogar zurückzahlen! Sie kann aber erneut beantragt werden (mit Leistungsnachweis), dabei werden die Monate, in denen du keinen Nachweis erbracht hast nicht ausbezahlt.

Jede Änderung der Studienrichtung (ohne Studienabschluss) ist ein Studienwechsel. Ebenso gilt die Rückkehr zu einer ursprünglich betriebenen Studienrichtung, die von einer anderen Studienrichtung unterbrochen wurde, als Studienwechsel.

Bei mehreren Studien kann nur für eine Studienrichtung (=Hauptstudium) Familienbeihilfe bezogen werden. Parallel betriebene Studien sind immer möglich. Wenn du 2 Studien absolvierst und das Studium von einem der betriebenen Studien auf das andere wechseln willst, musst du das beim Finanzamt bekannt geben. Du musst jedenfalls die Regelungen einhalten, um nicht die Beihilfe zu verlieren.

Falls ein Studienwechsel geplant ist, sollte dieser spätestens in der Zulassungsfrist des 3. Semesters erfolgen. Zulässig sind maximal 2 Studienwechsel. Wenn ein Studienwechsel öfter als 2 Mal vorgenommen wurde, geht der Anspruch auf Familienbeihilfe für immer verloren.

Wenn das Studium nach dem 3. inskribierten  Semester gewechselt wird, verliert man den Anspruch auf Familienbeihilfe, kann diesen aber später wieder erlangen. Diese Wartezeit beläuft sich auf die Anzahl der Semester vom zuvor betriebenen Studium. Ein entsprechender Leistungsnachweis aus dem neuen betriebenen Studium muss natürlich auch vorliegen. Diese Wartezeit kann durch Anrechnung von Prüfungen aus dem Vorstudium verkürzt werden:

1-30 ECTS-Punkte verkürzt die Wartezeit um 1 Semester
31-60 ECTS-Punkte um 2 Semester
61-90 ECTS-Punkte um 3 Semester
etc. etc.

 

Grundsätzlich sind die anspruchsberechtigten die Eltern bzw. das Elternteil, welches überwiegend die Unterhaltskosten trägt.

Einzureichen sind folgende Unterlagen:

Mit Zustimmung des anspruchsberechtigten Elternteils und einem Antrag beim Finanzamt kann die Familienbeihilfe direkt an die Studierende/den Studierenden ausbezahlt werden.

Das Finanzamt entscheidet über den Antrag in der Regel mit Bescheid. Bei einer Ablehnung ist daher ein Rechtsmittel in Form einer Beschwerde möglich.

Ich werde bald 24 und befinde mich mitten im Semester. Verlängert sich mein Anspruch auf Familienbeihilfe aufgrund von COVID-19?
Durch die COVID-19 Verzögerung bekommst du automatisch ein Semester Familienbeihilfe zusätzlich, wenn du im Neutralsemester schon für dein derzeitiges Studium eingeschrieben warst (https://www.oeh.ac.at/faq/familienbeihilfe-waehrend-corona). Es gibt aber auch andere Gründe, wie etwa die Ableistung eines Präsenz-, Zivil oder Ausbildungsdienstes, Schwangerschaft oder Geburt eines Kindes oder eine erhebliche Behinderung von mindestens 50%. Ebenso kann durch Krankheit oder auch ein Auslandssemester die Studienzeit um ein Semester verlängert werden. Die Altersgrenze von 24 bzw. 25 gilt jedoch weiterhin.

 

Ich kann den Leistungsnachweis für mein erstes Studienjahr nicht erbringen. Muss ich die Familienbeihilfe zurückzahlen?
Grundsätzlich sind nach dem 1. Studienjahr 16 ECTS-Punkte oder 8 Semesterwochenstunden aus Pflicht- und Wahllehrveranstaltungen vorzulegen. Falls es eine Studieneingangs- und Orientierungsphase (STEOP) gibt reichen 14 ECTS-Punkte als Nachweis. Falls diese ECTS-Punkte nicht erreicht werden, wird die Familienbeihilfe so lange eingestellt, bis die 16 ECTS-Punkte erreicht werden. Bei zu unrecht bezogener Familienbeihilfe kann eine Rückzahlung gefordert werden!

Wichtige Infos

  • Familienbeihilfe kann bis zu 5 Jahre rückwirkend beantragt werden.
  • Die Zuverdienstgrenze für die Familienbeihilfe beläuft sich auf 15.000,- € pro Jahr.
  • Alle Tatsachen, die Auswirkungen auf die Familienbeihilfe haben können (z.B. ein Studienwechsel oder eine Überschreitung der Zuverdienstgrenze), sowie Änderungen des Namens oder der Anschrift müssen innerhalb 1 Monats, gerechnet vom Tag des Bekanntwerdens der Tatsache, dem zuständigen Finanzamt gemeldet werden.

Voraussetzung?

Anspruch auf Familienbeihilfe für ihre Kinder (bis zum 18. Lebensjahr) haben:

  • Österreichische StaatsbürgerInnen
    • mit Wohnsitz im Inland oder gewöhnlichen Aufenthalt und Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen im Inland haben
  • Ausländische StaatsbürgerInnen
    • mit Aufenthaltsberechtigung nach dem Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz oder gewährter Asyl

Für Studierende kann den Eltern Familienbeihilfe bis zum Alter von 24 Jahren gewährt werden. Ein Bezug bis zum 25. Lebensjahr ist möglich in Fällen einer  Schwangerschaft, Leistung des Präsenz/Zivildienstes, schwerer Behinderung und auch die Absolvierung eines sozialen Jahres im Inlande.

Wie wird der Antrag gestellt?

Zuständig für die Familienbeihilfe ist das entsprechende Wohnfinanzamt. Der Familienbeihilfenantrag kann nur von den Eltern beim entsprechenden Finanzamt eingebracht werden. Dies kann auch elektronisch über FinanzOnline erledigt werden.

Formular:
oesterreich.gv.at/themen/steuern_und_finanzen/sonstige_beihilfen_und_foerderungen/4/1/Seite.450233.html#ZumFormular

Beilagen:

  • Wenn das Kind volljährig ist:
    • Nachweis einer laufenden Berufsausbildung oder Studienerfolgsnachweis bzw. Nachweis über die Studienverzögerung
  • bei ausländischen Staatsbürgerinnen/Staatsbürgern (auch EU-Bürgerinnen/EU-Bürger):
    • Nachweis über den rechtmäßigen Aufenthalt nach §§ 8 oder 9 Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz (NAG)
  • Nachweis des Präsenz-, Ausbildungs- oder Zivildienstes

Wichtig!

Alle Tatsachen, die Auswirkungen auf die Familienbeihilfe haben können (z.B. ein Studienwechsel oder eine Überschreitung der Zuverdienstgrenze), sowie Änderungen des Namens oder der Anschrift müssen innerhalb 1 Monats, gerechnet vom Tag des Bekanntwerdens der Tatsachen, dem zuständigen Finanzamt gemeldet werden.

Häufige Fragen

Nachfolgend ein Auszug der häufigsten Fragen. Genauere Informationen zum Thema Familienbeihilfe findet Ihr in unserer Sozial Broschüre und auf oesterreich.gv.at!

  • Kann ich die Familienbeihilfe (FBH) verlängern?

Die Allgemeine Anspruchsdauer ist Mindeststudienzeit plus Toleranzsemester. Beim Bachelor bedeutet das (6 + 2 =) 8 Semester. Weiters kann trotz vorliegen einer der nachfolgenden wichtigen Gründe eine FBH nur bis maximal 24 bzw. 25 (siehe oben Voraussetzungen) erfolgen.

Wichtige Gründe die zu einer Verlängerung der Anspruchsdauer führen:

1. Vorliegen eines unvorhersehbaren oder unabwendbaren Ereignisses
Bei Vorliegen eines unvorhergesehenen oder unabwendbaren Ereignisses, wie z.B. einem Unfall, kann es zu einer Verlängerung der Anspruchsdauer kommen. Ein unvorhergesehenes oder unabwendbares Ereignis liegt beispielsweise auch dann vor, wenn es zu Behinderungen im Studien- und Prüfungsbetrieb kommt, die es dem_der einzelnen Studierenden ohne sein_ihr Verschulden unmöglich machen, den Studienabschnitt in der vorgesehenen Zeit zu absolvieren.

2. Vorliegen einer Erkrankung
Ist ein_e Studierende_r während der Anspruchsdauer wegen einer Erkrankung mindestens 3 Monate ununterbrochen wesentlich am Studium behindert und weist er_sie dies durch ein fachärztliches Attest nach, kann er_sie in dem jeweiligen Abschnitt ein zusätzliches Semester FBH beziehen.

3. Absolvierung eines Auslandssemesters
Wurde während der Anspruchsdauer ein Auslandssemester absolviert, das mindestens
3 Monate dauert, kann ebenfalls ein Verlängerungssemester (im jeweiligen Abschnitt) in Anspruch genommen werden.

4. Ausübung einer ÖH-Vertretungstätigkeit
Wenn du als Erstsemestrigentutor_in oder Studierendenvertreter_in jeder Ebene (auch in der Studierendenheimvertretung) oder in Gremien tätig bist, kann das die Anspruchsdauer auf FBH verlängern.

5. Mutterschutz bzw. Pflege und Erziehung eines Kindes
Der Ablauf der Anspruchsdauer wird während der Zeit des Mutterschutzes (üblicherweise
8 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt) und während der Zeit der Pflege und Erziehung des eigenen Kindes bis zum vollendeten 2. Lebensjahr gehemmt. Diese 2 Jahre zur Pflege und Erziehung des eigenen Kindes können entweder von der Mutter oder vom Vater jeweils im Ausmaß von vollen Semestern wahrgenommen werden (z.B. 2 Semester von der Mutter und dann 2 Semester vom Vater). Nach den jeweils wahrgenommenen Semestern läuft die Semesterzählung normal weiter.

  • Wann und wieviel ECTS muss ich erbringen (Leistungsnachweis)?

Nach dem 1. Studienjahr, somit nach den ersten beiden Semestern, ist ein Leistungsnachweis von mindestens 16 ECTS-Punkten oder 8 Semesterwochenstunden (SWS) aus Pflicht- und Wahlfächern vorzulegen. Für den Leistungsnachweis gelten alle im Studienplan vorgesehenen Fächer und Prüfungen. Gibt es eine Studieneingangs- und Orientierungsphase mit mindestens 14 ECTS-Punkten oder einer Teildiplomprüfung oder einem Teilrigorosum reicht der Nachweis davon nach dem 1. Studienjahr.

Hast du den Leistungsnachweis einmal erbracht, kannst du für die Mindeststudienzeit plus 2 Toleranzsemester bzw. bei Diplomstudien für die restliche Mindeststudienzeit des

1. Abschnitts plus 1 Toleranzsemester FBH beziehen. Nach Ablegung der 1. (2.) Diplomprüfung besteht der Anspruch auf FBH für den 2. (3.) Abschnitt plus 1 Toleranzsemester. Auf jeden Fall musst du auch im 2. (3.) Abschnitt die Fortsetzungsbestätigungen ans Finanzamt schicken.

Aber auch nach dem erbrachten Leistungsnachweis nach dem 1. Studienjahr musst du bei einer Aufforderung durch das Finanzamt ein ernsthaftes und zielstrebiges Studium nachweisen können.

  • Darf ich das Studium wechseln?

Zulässig sind maximal 2 Studienwechsel und das vorangegangene Studium darf nicht mehr als 2 Semester inskribiert worden sein. Wenn du öfter als 2 Mal einen Studienwechsel vornimmst, verlierst du den Anspruch auf die FBH für immer.
Ein Studienwechsel sollte daher spätestens in der Zulassungsfrist des 3. Semesters erfolgen. Andernfalls liegt ein verspäteter Studienwechsel vor, der negative Auswirkungen auf den Beihilfenbezug haben kann. Wenn du das Studium zu spät, also nach dem 3. inskribierten Semester gewechselt hast, verlierst du den Anspruch auf FBH, kannst ihn aber später wiedererlangen. Denn ein Studienwechsel nach dem 3. inskribierten Semester ist nicht mehr zu beachten, wenn du in dem nunmehr gewählten Studium so viele Semester zurückgelegt hast wie im zuvor betriebenen Studium. Ein entsprechender Leistungsnachweis aus dem nunmehr betriebenen Studium muss natürlich auch vorliegen.

  • Wie hoch ist die Zuverdienstgrenze?

Die Verdienstgrenze bezieht sich auf dein jährliches Einkommen. Für ein Kalenderjahr, das nach dem Kalenderjahr liegt, indem du das 19. Lebensjahr vollendet hast, mindert sich dein Anspruch auf Familienbeihilfe (FBH) um jenen Betrag, den dein zu versteuerndes Einkommen € 10.000 übersteigt.
Für Einkünfte in den Ferien gibt es keine zusätzlichen Freibeträge. Das zu versteuernde Einkommen ist nach den einkommensteuerrechtlichen Bestimmungen zu ermitteln und ergibt sich aus dem Bruttoeinkommen abzüglich der Sozialversicherungsbeiträge, der Arbeiterkammerumlage, der Werbungskosten (Betriebsausgaben), der Sonderausgaben und der außergewöhnlichen Belastungen.


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Letzte Änderung: 20.05.2021