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Erfahrungsberichte
Studenten erzählen wie es ihnen mit einem individuellen Studium ergangen ist.

Ich habe damals mit Landschaftsplanung begonnen, da ich dachte, dieses Studium würde am ehesten meinen Vorstellungen entsprechen. Ich habe aber bald bemerkt, dass ich etwas anderes möchte, was es auf der BOKU so eben nicht gegeben hat und wollte daraufhin auffhören zu studieren. Da habe ich, ganz zufällig, von der Möglichkeit der individuellen Studien erfahren. Ab nun hatte sich der Gedanke an ein individuelles Studium in meinem Gehirn festgekrallt.


Wie eine Besessene habe ich begonnen Lehrveranstaltungsverzeichnisse durchzulesen und interessante Veranstaltungen zu markieren; nebenbei habe ich das Motivationsschreiben gemacht und den Antrag ausgefüllt. Nach einer Woche hatte ich die Rohfassung fertig, die ich gleich in der Studienabteilung eingereicht habe... warten.... warten... die Zeit verging... nach einem Monat habe ich das Feedback zu den formellen Fehlern meines Curriculums bekommen. Ich hatte mich ein bisschen verrechnet und die Wahlfächer falsch definiert. Nur Kleinigkeiten. Also habe ich sie korrigiert und wieder eingereicht... warten... warten... die Zeit verging... nach sieben Wochen habe ich dann das Feedback des Fachstudienkommissionsleiters, Erwin Frohmann in meinem Fall, bekommen. Er wollte, dass ich ein oder zwei Fächer zu Gunsten zweier Grundlagenfächer weglasse. Eine tragbare Änderung. Also habe ich nochmals eine Korrektur durchgeführt und wieder eingereicht.


Dann endlich, nach einem weiteren Monat an Wartezeit, der glorreiche Moment! Eine E-mail ist in meinem Postfach; eine Nachricht von Frau Kranyak, ich möge mir das Zetterl abholen, auf dem steht, dass ich studieren kann, was mich interessiert. Ich bin vor Freude fast mit meinem Schreibtischsessel abgehoben.
Ein Semester darauf bin ich umgestiegen und noch ein paar Semester später habe ich mein individuelles Studium abgeschlossen.
War es anstrengend?
Hin und wieder sehr, manchmal gar nicht. Würde ich es wieder machen?
Sofort!
Individuelle Studien einst und heute

Mein individuelles Bachelorstudium Agrar- und UmweltmanagementDie Motivation für das Erstellen eines individuellen Studiums kam mir zum Ende meines 2. Semesters UBRM. Die ECTS für freie Wahlfächer hatte ich fast aufgebraucht, meine Interessen waren aber nicht befriedigt. Das UBRM-Curriculum bot mir dementsprechend zu wenig Möglichkeiten zur Befriedigung meiner Interessen und zur Spezialisierung. Der Gedanke auf das Bachelor-Studium Agrarwissenschaften umzusteigen verflog auch recht schnell, da auch dort die Möglichkeiten zur Spezialisierung zu weit an meinen Interessen vorbei gingen.Der Entschluss die Gestaltung meines Studiums selbst in die Hand zu nehmen, war dann recht schnell gefasst. Die Zusammenstellung des Curriculms stellte sich allerdings als langwieriger Prozess heraus.

Das große Angebot an Lehrveranstaltung, vor allem sehr viele ähnliche Lehrveranstaltung und die Einhaltung des Drei-Säulen-Models ließen mich schleppend voran kommen. Zudem fehlte eine fachlich kompetente Ansprechperson. Hilfe von der ÖH war durch die guten Leitfäden und persönliche Beratung gut gegeben. Ein eigenes Studium zur erstellen bringt jedoch auch Ängste. Ergibt mein Curriculum überhaupt Sinn? Ist das Thema gut durch Lehrveranstaltungen erklärt und aufgearbeitet oder vergesse ich etwas? Diese Aufgabe kann lediglich eine fachlich bewanderte Person übernehmen. Ob es Angestellte an der Boku gibt, die sich schon vor dem Einreichen dafür Zeit nehmen ist jedoch sehr unklar. Auch ein Gespräch mit einem Fachstudienkoordinator war keine Hilfe. So habe ich das Studium mit einiger Ungewissheit eingereicht und hätte mir vorab eine inhaltliche Stellungnahme gewünscht. Die Korrekturen durch die Studienabteilung waren sehr marginal und schnell ausgebessert.

Der Kontakt mit der Studienabteilung war generell sehr angenehm und unkompliziert.  Auch die thematische Genehmigung lief ohne Probleme. Die Fachstudienkommission Agrarwissenschaften hatte keine Verbesserungen vorzunehmen und informierte mich über den Fortschritt des Genehmigungsprozesses, welcher fast 6 Monate in Anspruch nahm. Seit dem Wintersemester 15/16 kann ich mein individuelles Studium nun studieren, womit ein Jahr der Unsicherheit beendet ist und das Studieren nun mit mehr Motivation möglich ist. Ein Ziel ist nun viel deutlicher vor Augen und sinnhafter.

Leider nimmt ein individuelles Studium nicht den permanenten Leistungs- und Prüfungsdruck.  Zudem birgt der Abschluss BA weitere Unsicherheiten. Wie wird er von anderen Universitäten bei der Bewerbung für einen Masterstudiengang gesehen? Welchen Master kann ich damit studieren? Wie wird er in der Berufswelt anerkannt? Dies ist eine Unsicherheit, die ich aber wissentlich in Kauf genommen habe und auch gut zu ertragen ist, denn es gibt mir die Möglichkeit zu studieren was ich möchte. Hier wäre es gut gewesen, sich mit Menschen in Verbindung zu setzten, die schon ein individuelles Bachelorstudium oder Masterstudium absolviert haben. Vom Lehrpersonal der Universität wurde mir aus diesem Grund abgeraten ein individuelles Studium einzureichen. Nichts desto trotz würde ich mir jederzeit wieder ein eigenes Studium zusammenstellen, wenn die Möglichkeit besteht und meine Neigungen und Interessen durch das Bestehende nicht befriedigt werden.

Es verlangt zwar mehr Koordination bei der Erstellung des Stundenplans und dem Versuch Lehrveranstaltungen nicht alleine, sondern mit Freund_innen gemeinsam zu belegen, dies nehme ich aber in Anbetracht der gewonnen Freiheiten und Möglichkeiten gerne in Kauf.

Ich habe mich entschlossen, ein individuelles Bachelorstudium zu erstellen, weil ich nach einem Jahr auf der Boku bereits die im UBRM-Studium vorgesehenen ECTS-Punkte an freien Wahlfächern überschritten hatte. Das zeigte mir, dass meine Interessen in eine etwas andere Richtung gehen als das begonnene Studium. Auch war ich mit einigen Lehrveranstaltungen nicht zufrieden. Eine Option wäre für mich gewesen, auf Agrarwissenschaften umzusteigen, dabei hätte ich jedoch ein Jahr verloren und auch im AW-Studienplan gefiel mir nicht alles.Die Erstellung des Studienplanes war mühsam wegen der großen Auswahl an Lehrveranstaltungen und der Drei-Säulen-Zuordnung.

Als ich dann fertig war, lief die Genehmigung sehr problemlos. Ich musste nur ein paar minimale Änderungen vornehmen. Die zuständigen Damen in der Studienabteilung sind sehr freundlich. Der Genehmigungsprozess war mir anfangs unklar und ich wusste teilweise nicht, wer für was zuständig ist (Fachstudienkommissionsleiter, Studienabteilung). Da ich mich gelichzeitig für Erasmus bewarb, verwirrten mich die Begriffe Fachstudienkommissionsleiter und Fachstudienkoordinator. Das war allerdings nach ein paar E-mails klarer.

Ich muss mich jetzt bald informieren, auf welche regulären Masterstudien ich umsteigen kann. Ich hoffe der Abschluss des Bachelors gelingt problemlos. Bezüglich des Titels BA fühle ich mich etwas unwohl, was die Anerkennung im Berufsleben betrifft.Mein Studium macht mir Spaß, die Motivation ist etwas gestiegen. Beim Erasmus-Aufenthalt hat mir das individuelle Studium einiges an Bürokratie (Anrechnungen als Pflichtfächer) erspart. In manchen Lehrveranstaltungen wird man bei der Anmeldung auf die Warteliste gesetzt, weil für die Professoren im System nicht sichtbar ist, dass es für mich ein Pflichtfach ist. Deshalb muss man sie extra darauf aufmerksam machen.Nach dem derzeitigen Standpunkt würde ich es wieder machen, man gewinnt sehr viel Freiheit.

Emil Platzer

Ich hatte meinen Studienplan für den individuellen Masters zwar schon  fertig geschrieben und nur mehr ein paar kleine Änderungen vor mir,  hatte das Ganze aber noch nicht endgültig eingereicht. Da kam mir  spontan die Idee, ein Erasmus-Semester in Berlin zu verbringen.

Für äußerst gefinkelt hielt ich die Idee, die Fächer, die ich im  Ausland absolvieren würde, direkt in meinen Studienplan als  Pflichtfächer aufzunehmen. Daraufhin folgte ein wirres Hin-und Her  gereicht werden zwischen Studienabteilung und Fachkoordinator, keiner  wusste so genau ob und wie das funktionieren würde und rieten mir ab  meinen Plan in die Tat umzusetzen.
Schlussendlich habe ich dann direkt beim Studiendekan und Rat gefragt  und – Hurra!- er wusste Bescheid und gab mir grünes Licht für mein  Vorhaben. Der Trick dabei war, die Fächer im Learning Agreement nicht  als Pflichtfächer anzugeben, sondern als Wahlfächer, die Wahlfächer aber  als Pflichtfächer in meinen Studienplan aufzunehmen.
Mit dem frisch eingereichten Studienplan startete ich gleich mein  erstes Semester an der TU Berlin um dort festzustellen, dass die Hälfte  meiner Lehrveranstaltungen gestrichen worden war. Das bedeutete für  mich: Studienplan ändern, Studienplanänderung beantragen und wieder  Wochen auf die Genehmigung warten.

Aber es hat sich gelohnt: zu guter Letzt  hatte ich ein tolles  Semester in Berlin, bekam auf der TU neuen Input, lernte viele neue  Menschen und Lehrende kennen und konnte all meine absolvierten Fächer  tatsächlich als Pflichtfächer in meinen Studienplan aufnehmen. Meiner  Meinung nach: individuelles Studium und Auslandssemester = ein gutes  Paar!